Reden zur Festveranstaltung der KPD und der DKP aus Anlaß des 65 Jahrestages der Vereinigung der KPD und der SPD am 16. April 2011

Publiziert am 18. April 2011 auf http://kommunistische-initiative.org/

 

Reden zur Festveranstaltung am 16. April 2011

 

Alfred Fritz, KPD:

Liebe Genossen und Freunde,

die Festveranstaltung anlässlich des 65. Jahrestages der Vereinigung von KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands ist eröffnet.

Ich begrüße die Mitglieder der Deutschen Kommunistischen Partei mit der stellvertretenden Vorsitzenden der Partei, Genossin Nina Hager, und die Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands mit ihrem Vorsitzenden, Genossen Dieter Rolle, die Landesvorsitzenden beider Parteien sowie alle Mitstreiter und Sympathisanten. …

 

Nina Hager, DKP:

Liebe Genossinnen und Genossen,

liebe Freundinnen und Freunde,

wir erinnern heute an ein entscheidendes Datum der revolutionären Arbeiterbewegung und der deutschen Geschichte, an die Vereinigung von KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei am 21. April 1946 in Berlin.

Die Spaltung der revolutionären Arbeiterbewegung hätte damals in ganz Deutschland überwunden werden können. 1946 hatten beide Arbeiterparteien bereits wieder viele Hunderttausend Mitglieder. Vielerorts, auch in den westlichen Besatzungszonen, gab es in den ersten Nachkriegsmonaten eine intensive Zusammenarbeit, Diskussionen, später gemeinsame Aktionsausschüsse und Vorbereitungen für die Vereinigung der Parteien.

 

Dieter Rolle, KPD:

Liebe Genossinnen und Genossen! Werte Freunde!

Wenn wir heute, am 125. Geburtstag unseres unvergessenen Genossen Ernst Thälmann, mit dieser Veranstaltung den 65. Jahrestag der Vereinigung der KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands sowie seine Bedeutung würdigen, möchte ich zu Beginn hervorheben, dass seit nun über 170 Jahren der Kampf des Proletariats gegen die alte, überlebte kapitalistische Gesellschaftsordnung geführt wird. Gestattet deshalb einen kurzen Rückblick auf die historische Entwicklung der Partei. …

 

Appell

Publiziert am 16. April 2011 auf http://kommunistische-initiative.org/

 

In der Information zur wissenschaftlichen Beratung vom 09. April 2011 wurde auf folgenden Appell verwiesen, welcher auf der Festveranstaltung von KPD und DKP anlässlich des 65. Jahrestages der Vereinigung von KPD und SPD zur SED am 16. April in Berlin übergeben wurde:

 

Appell 

der Teilnehmer der wissenschaftlichen Beratung der Kommunistischen Initiative (Gera 2010) an den Parteivorstand der DKP / an das Zentralkomitee der KPD

 

Werte Genossinnen und Genossen!

Anlässlich des 65. Jahrestages der Vereinigung von KPD und SPD zur SED und des 125. Geburtstages von Ernst Thälmann organisierte die Kommunistische Initiative (Gera 2010) am 9. April 2011 in Berlin eine wissenschaftliche Beratung zum Thema: »Für eine vereinte kommunistische Partei in Deutschland«.

Teilnehmer der Beratung waren überwiegend Kommunisten – viele von ihnen sind Mitglieder der DKP, der KPD und der KPF bei der PdL. Andere sind organisiert im Deutschen Freidenkerverband, im RotFuchs-Förderverein, in der GRH und weiteren spezifischen Interessenverbänden. Auch Sympathisanten brachten durch ihre Teilnahme und in Diskussionsbeiträgen ihr großes Interesse am Beratungsthema zum Ausdruck.

Es war das Anliegen der wissenschaftlichen Beratung, auf der Grundlage von Thesen einen Meinungsaustausch zur Grundfrage der kommunistischen Bewegung in der Gegenwart zu führen: Wie können organisierte und nichtorganisierte Kommunisten zusammengeführt werden, um gemeinsam längerfristig eine vereinte marxistisch-leninistische Partei mit Masseneinfluss zu schaffen?

Die Beratungsteilnehmer stimmten darin überein, dass es die Kommunisten in diesem Lande nicht mehr verantworten können und auch nicht wollen, dass durch den zersplitterten Widerstand die Konterrevolution triumphiert, sich in antikommunistischen Orgien austobt und den sozialen Kahlschlag verschärft.

Die Beratungsteilnehmer meinen, dass unter uns Kommunisten der Wille zum vereinten Handeln durchaus vorhanden ist. Davon zeugen die Beispiele gemeinsamen Handelns von organisierten und nichtorganisierten Kommunisten in lokalen und regionalen zeitweiligen und ständigen Aktionsbündnissen. Wir unterstützen das zu verstärkende Bemühen der Parteiführungen um zielstrebige Orientierung und Organisierung künftigen vereinten Handelns.

Die Beratungsteilnehmer waren sich einig, dass die beiden Jahrestage nicht nur feierlich begangen werden, sondern mit dem Aufruf zu einer ausdrücklichen Willensbekundung der Parteiführungen verbunden sein müssen, weiter aufeinander zuzugehen. Der erste Schritt ist die gemeinsame Festveranstaltung von DKP und KPD am 16. April 2011. Am 17. August 2011, dem 55. Jahrestag des KPD-Verbots in der BRD, sollte der nächste Schritt getan werden.

 

Werte Genossinnen und Genossen

des Parteivorstandes der DKP und des Zentralkomitees der KPD!

Mit einem gemeinsam verfassten Aufruf an die Kommunisten in diesem Lande, sich mit einer bundesweiten Unterschriftensammlung für die Aufhebung des KPD-Verbots stark zu machen, kann ein eindeutiges und unübersehbares Signal für eine Aktionseinheit der Kommunisten gesetzt werden.

Wir appellieren an Euch!

Dort, wo ein Kommunist steht, wächst der gesellschaftliche Widerstand!

Setzt gemeinsam ein deutliches Zeichen!

Wie viele andere Kommunisten erwarten auch wir Euren festen Willen, gemeinsam den ersten Schritt zur intensivierten Zusammenarbeit von Kommunisten auf marxistisch-leninistischer Grundlage zu gehen!

 

Die Teilnehmer der wissenschaftlichen Beratung

»Für eine vereinte kommunistische Partei in Deutschland«

Berlin, den 9. April 2011

 

Einheitliche kommunistische Partei in Deutschland?

Publiziert am 11. April 2011 auf http://kommunistische-initiative.org/

 

Auf der Seite „Kritische Massen" findet sich ein Beitrag, welcher die KI im Zusammenhang mit den Thesen zur wissenschaftlichen Beratung zum Gegenstand hat. Bevor der Autor einen Teil der Thesen zitiert, äußert er folgende interessante Gedanken:

 

Einheitliche kommunistische Partei in Deutschland?

Vor knapp drei Jahren wurde, ausgehend von den Kreisen um die Zeitschrift offensiv, eine "Kommunistische Initiative" gegründet, die die Vereinigung der deutschen Kommunisten in einer einheitlichen Partei als ihr Ziel deklarierte. Die Resonanz war gering. Die Initiative spaltete sich Ende 2010, so dass jetzt zwei Organisationen gleichen Namens existieren. Praktisch stiftet so der Anspruch, die Einigung der Kommunisten herbeizuführen, zunächst weitere Zersplitterung und Verwirrung.

Dessen ungeachtet spiegelt sich in dieser Initiative ein ungelöstes Problem der Reste (oder Neuanfänge?) der kommunistischen Bewegung in Deutschland wider. Die Kommunisten sind in eine Reihe von Parteien und sonstigen Organisationszusammenhängen zersplittert. Die meisten haben zwar heute kein feindseliges Verhältnis mehr zueinander. Es gibt auf verschiedenen Ebenen auch Kooperation. Aber es gibt keine bewusste, planvolle, entschiedene Politik der Klärung der Differenzen und Gemeinsamkeiten mit dem Ziel einer Vereinigung. Gleichzeitig entwickelt sich bis heute auch keine der bestehenden Organisationen zu einem einigenden Zentrum, die das Problem durch "Aufsaugen" der übrigen Zusammenhänge lösen und als Anziehungspunkt auch für die "parteilosen Kommunisten", die in grosser Zahl in Gewerkschaften und gesellschaftlichen Organisationen "individuell" kommunistische Politik zu machen versuchen, fungieren könnte. Das gilt auch für die DKP als der weitaus grössten Organisation.

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